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Berger Blanc Suisse - Schneeweißes Energiebündel

Berner Sennenhunde oder Bernhardiner sind typische Hunderassen aus der Schweiz. Doch jetzt macht sich der Berger Blanc Suisse auf, den beliebtesten Vierbeinern der Eidgenossen den Rang abzulaufen. Erst vor sieben Jahren wurde der Weiße Schweizer Schäferhund von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) offiziell anerkannt. Heute leben rund tausend Exemplare in der Schweiz - doch die Tendenz steigt. Auch in Deutschland werden die weißen Vierbeiner immer beliebter.

Im März 1966 kam „Lobo“ in die Schweiz und sorgte dort für Aufsehen. Denn der Rüde gilt als Stammvater der Rasse Berger Blanc Suisse. Seine weißen Artgenossen waren in den USA und Kanada bereits auf dem besten Weg, eine eigenständige Rasse zu werden. Und bei den Eidgenossen hat „Lobo“ ganze Arbeit geleistet, denn heute leben rund tausend seiner Nachkommen in der Alpenrepublik. Und jedes Jahr werden 50 Welpen offiziell eingetragen.

 

Schönheiten mit Vergangenheit

Schaut man in die Geschichtsbücher, haben weiße Schäferhunde bereits eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich. Ursprünglich stammen sie aus Österreich und Deutschland. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Hunde schon bei den Habsburgern in Österreich gezüchtet. Aufgrund ihrer Farbe passten sie ausgezeichnet zu den Lipizzanern und den weißen Roben der edlen Hofdamen. Die ersten Zuchttiere holten sie sich zu diesem Zweck aus Elsass - Lothringen. Auch das befreundete Adelshaus der Hohenzollern war von den weißen Schönheiten so angetan, dass sie sie ebenfalls zum Haus- und Hofhund erklärten. Von hier aus gelangten sie in den l920er Jahren nach Amerika und Kanada, wo sie sehr schnell neue Anhänger fanden. Das war die Geburtsstunde des „Amerikanisch - Kanadischen Schäferhunds“. Während die Zucht in Nazi - Deutschland 1933 verboten wurde und auch andere europäische Länder diesem Beispiel folgten, wurde es still um den Weißen Schäferhund. Ein Zufall wollte es, dass sich die in den USA lebende Schweizerin Agatha Burch einen Weißen Schäferhund zulegte. Mit „Lobo“ kehrte sie schließlich in ihre Heimat zurück und legte den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte.

 

Vierbeiner mit vielseitigen Eigenschaften

Im Wesen ist der Weiße Schweizer Schäferhund anhänglich, wachsam, liebenswert und sehr nervenstark. Weitere positive Attribute sind Aufmerksamkeit, Ausgeglichenheit und Spielfreude. Darüber hinaus ist er aufgrund seines ausgeprägten Geruchssinns auch als Blindenführhund, Hütehund oder Rettungshund prädestiniert. Die Weißen zeichnen sich außerdem durch ihre Vorsicht aus, was wiederum zu Missverständnissen führen kann. Nicht jedem Menschen ist der Hund gleich wohlgesonnen. Dieses Verhalten interpretieren viele als einen Ausdruck von Angst. Und das ist definitiv falsch. Es dauert einige Zeit, bis der Mensch mit ihm warm wird. Aber dann können sie Freunde fürs Leben werden. Eine weitere Besonderheit des Berger Blanc Suisse ist die Tatsache, dass es nur wenige weitere Hunderassen gibt, deren „Kinderfreundlichkeit“ im Rassestandard ausdrücklich vermerkt ist. Allerdings ist dieser Hinweis auch trügerisch und kann völlig falsche Erwartungen bei den Hundebesitzern wecken. Als Familienhund ist er zwar geeignet, weil er sich in der Regel prächtig mit Kindern und Jugendlichen jeden Alters versteht, doch ist und bleibt er ein Schäferhund. Nur bei entsprechender Erziehung und Beschäftigung kann er wirklich problemlos gehalten werden.

Mit freundlicher Genehmigung von Heimtier-Journal / Holger Bernert

 

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Berger Blanc Suisse (Weißer Schweizer Schäferhund) ist eine von der FCI anerkannte Schweizer Hunderasse (Nr. 347, Gr. 1, Sek. 1). Die Rasse ist seit 1. Januar 2003 von der FCI vorläufig anerkannt.

FCI-Standard Nr. 347

    * Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
    * Sektion 1: Schäferhunde
    * Ohne Arbeitsprüfung

Patronat:                          Schweiz

Alternative Namen:          Weißer Schäferhund, Weißer Schäfer

Widerristhöhe:                 Rüden: 60–66 cm
                                      Hündin: 55–61 cm

Gewicht:                          Rüden: 30–40 kg
                                      Hündin: 25–35 kg
 

 

Herkunft und Geschichtliches 

Den Ursprung aller Schäferhund-Rassen bildeten die Arbeitshunde der Schäfer. Diese Hunde hatten oft die Farbe weiß, damit man sie in der Dunkelheit vom Raubwild unterscheiden konnte. Schäfer benötigen einen witterungsbeständigen, zuverlässig arbeitenden und in jeder Hinsicht belastbaren Hund. So hatten sich im Laufe der Zeit wesensmäßig einheitlich veranlagte, gelehrige Herdengebrauchshunde entwickelt, deren ruhige und zuverlässige Arbeitsweise schon damals sehr geschätzt wurde.

 

Entwicklung in Europa 

In den 1880er Jahren besaß Baron von Knigge den weißen Schäferhund „Greif“, der von dem Züchter Friedrich Sparwasser gekauft und mit der Hündin "Lotte" verpaart wurde. Aus dieser Verbindung stammte die Hündin "Lene", welche nun mit "Kastor" verpaart wurde, woraus dann am 1. Januar 1895 der berühmte "Hektor Linksrhein" mit „weißen Genen“ fiel.

Max von Stephanitz gründete im Jahr 1899 in Karlsruhe den "Verein für Deutsche Schäferhunde" (SV). Als erstes Tier wurde der Rüde "Hektor Linksrhein" mit der Zuchtbuchnummer SZ1 in das Zuchtbuch eingetragen und erfuhr auch noch gleichzeitig eine Namensänderung in "Horand von Grafrath". "Horand" und dessen Wurfbruder "Luchs Sparwasser" wurden nun bevorzugt als Deckrüden eingesetzt und immer noch war es natürlich, dass viele ihrer Nachkommen die weiße Farbe hatten und sie wurden ganz normal in das Zuchtbuch eingetragen. Bekannte Vertreter waren u. a. "Berno von der Seewiese" und "Hektor von Schwaben".

Um 1900 herum hielt sich das Königshaus der Habsburger und Hohenzollern einen kleinen Bestand weißer Schäferhunde, die sie auch für sich züchteten. Diese prachtvollen Tiere passten durch ihr äußeres Erscheinungsbild hervorragend zum Ambiente und den Lipizzaner Pferden der Herrschaften.

Der Deutsche Schäferhund wurde mehr und mehr als Diensthund ausgebildet. Im Jahre 1933 wurde die Farbe weiß aus dem Rassenstandard gestrichen, da er nicht gefährlich genug aussah. Alle weißen Welpen wurden sofort nach der Geburt getötet. So kam es, dass es in Europa fast keine weißen Schäferhunde mehr gab.

Einige "Weiße" wurden in die USA und nach Kanada mitgenommen und haben dort eine Zuchtbasis geschaffen, der letztendlich auch die heutige Population in Europa zu verdanken ist. In den Staaten entwickelte sich die Popularität der „neuen“ Rasse, die hier „White German Shepherd" genannt wurde und im AKC noch immer so genannt wird, rasant, während in den europäischen Zwischenkriegsjahren jene weißen Schäferhunde, die in Würfen Deutscher Schäferhunde fielen, mit der Begründung der „Fehlfarbe“ getötet wurden.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kam der Weiße Schäferhund nach Europa zurück, und zwar zunächst in die Schweiz. Agatha Burch brachte ihren 1966 geborenen Rüden „Lobo“ aus den USA in die Schweiz mit. Dieser Rüde kann als Stammvater der Rasse in der Schweiz angesehen werden. Aus Verbindungen mit diesem, in der Schweiz registrierten, Rüden, sowie weiteren Importhunden aus den USA und Kanada, wurden die Weißen Schäferhunde allmählich über ganz Europa verbreitet, wo sie heute, über Generationen rein gezüchtet, in großer Zahl leben. Deshalb werden diese Hunde seit Juni 1991 in der Schweiz als neue Rasse im Anhang des Schweizerischen Hundestammbuches (SHSB) geführt.


Die Anerkennung 

Obwohl die Population der Weißen Schäferhunde besonders in Deutschland, der Schweiz, in Holland, Frankreich, Österreich und Schweden in den Folgejahren einen steilen Aufschwung nahm, waren die Verantwortlichen der FCI und deren Verbandskörperschaften nicht gewillt, einer internationalen Anerkennung näher zu treten. Ein Gegner der Rasseanerkennung war der SV, der den „Weißen“ ja noch immer als eine Fellmutation des Deutschen Schäferhundes betrachtete und so eine Anerkennung über Jahre mit Erfolg verhindern konnte. Der Druck auf die nationalen FCI Verbandkörperschaften wurde aber immer größer, denn die zunehmende Population und vor allem auch die zunehmende Bekanntheit und Beliebtheit blieb auch den Vorständen der nationalen FCI Verbandskörperschaften nicht verborgen und es kann den Verantwortlichen der Vorwurf nicht erspart werden, dass sie ihrer kynologischen Verantwortung über Jahre keinesfalls nachgekommen sind.

Im Jahr 2001 hat sich die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) bereit erklärt, den für die internationale Anerkennung notwendigen Antrag an die FCI zu stellen. Dass die Schweiz das erste Land war, das acht voneinander unabhängige Linien nachweisen konnte, führte auch dazu, dass die Schweiz das Mutterland des Weißen Schäferhundes geworden ist, und der Name mit „Berger Blanc Suisse“ festgesetzt wurde. Seit 1. Januar 2003 ist der Weiße Schäferhund nun offiziell als Rasse mit der Standardnummer 347 von der FCI als provisorische anerkannt.


Beschreibung 

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein ebenso eleganter wie kräftig gebauter Familien- Begleit- und Gebrauchshund. Er ist mittelgroß, leicht gestreckt, gut bemuskelt, die Knochen trocken und das Gesamtgefüge fest. Die Widerristhöhe beträgt beim Rüden 60-65 cm, bei Hündinnen 55-60 cm. Der Kopf muss dem Körper angepasst und keilförmig sein, das Scherengebiß vollständig mit 42 Zähnen, die Stehohren gut angesetzt und von mittlerer Größe. Die Oberlinie verläuft vom Halsansatz über den hohen Widerrist und den geraden Rücken bis zur leicht abfallenden Kruppe. Der Rücken ist mäßig lang, fest, kräftig und gut bemuskelt. Sowohl Vor- als auch Hinterhand müssen gut bemuskelt und ausreichend gewinkelt sein, um ein raumgreifendes Gangwerk zu ermöglichen. Das Deckhaar kann stock- oder langstockhaarig sein, wobei ausreichend Unterwolle vorhanden sein muss. Er muss vom Wesen her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, unbefangen und gutartig sein. Aggressivität ist ebenso abzulehnen wie Ängstlichkeit. Weiße Schäferhunde sind intelligent und lernwillig und daher für nahezu alle Hundesportarten geeignet. Sie sind problemlos was die tägliche Pflege betrifft, aber sie sind anspruchsvoll in Hinblick auf die notwendige artgerechte Haltung und die Beschäftigung, die ihnen geboten wird.

Je nach Ambitionen des Hundeführers und natürlich auch je nach Veranlagung des Hundes kann die Ausbildung in Gehorsam, Fährte, Schutz oder Agility etc. erfolgen. In Österreich gibt es viele Weiße Schäferhunde, die sich als ausgebildete Lawinenhunde bereits bestens bewährt haben. Ein besonderes Talent entwickeln sie in der Fährtenarbeit, aber auch im Schutzdienst können beachtliche Erfolge erzielt werden. Was immer man auch für eine Ausbildung macht und wofür man sich auch entscheidet, wichtig ist einzig und alleine, dass dem Weißen Schäferhund eine adäquate Beschäftigung geboten wird, die seinen Geist schärft und seinen Körper trainiert.
 


Verwendung 

Familien- und Begleithund, aufmerksamer Wächter, freudiger und gelehriger Arbeitshund, Schutz- und Gebrauchshund sowie Blindenführhund und Rettungshund.

Quelle: wikipedia.org

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